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Das Fehlen der Ausdauer...

Photo by Charly Rabanser
"Der einsame Westen" - Photo by Charly Rabanser

AUSDAUER - ein wirklich großes Thema in meinem Leben, da meistens:

nicht vorhanden.

 

Ich habe schon viele Dinge probiert. Die meisten hab ich jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben, abgebrochen.

Ob aus Langeweile oder Desinteressiere - was weiß ich, aufgehört hab ich.

 

Nur eines hab ich weiter gemacht:

Theater spielen.

 

Darin war ich ausdauernd. Wirklich sehr ausdauernd. Mit 6 Jahren hab ich "Robin Hood" gesehen und wollte mitmachen... Mit 7 Jahren fing ich an... und spielte jeden Sommer im Freilufttheater... manchmal auch eine Produktion im Theater. Bis ich 16 war... Und es durch Praktika und dem "Jugend"-Leben nicht mehr möglich war. Nach der Schule hab ich noch ein paar Stücke gespielt - doch irgendwann wurde es leider weniger und weniger... bis es schließlich nicht mehr war.

 

Ich vermeide es, daran zu denken, denn dann tut es WEH.

Weh, dass es nicht mehr ist.

Weh, dass es aufgehört hat.

Doch es hat Spaß gemacht. Unendlich viel Spaß.

Wenn ich dann doch darüber nachdenke, denke ich an all die gute Zeit, die ich beim Theater verbracht habe.

Die Menschen, die ich kennengelernt habe. Mit denen ich diese Leidenschaft geteilt habe. Und dann kommt Wehmut...

Denn ich hätte einfach wahnsinnig große Lust, wieder auf der Bühne zu stehen. In eine Rolle zu schlüpfen. Wer anderer zu sein. Dem Leben 1.0 für eine gewisse Zeit zu entfliehen. Wegzulaufen.

 

JA ich weiß - weglaufen ist kein Plan. Probleme holen einen immer wieder ein - aber einen Versuch ist es doch wert? :-)

 

Aber ich komme total vom eigentlichen Thema ab... AUSDAUER... das war es, worüber ich eigentlich schreiben wollte.

 

Vor gar nicht allzu langer Zeit (diesen Frühling...) habe ich mir vorgenommen wieder viel mehr zu Schreiben. Ich schreibe gerne. Ja wirklich, doch meistens denk ich in meinem Kopf und wenn ich es dann aufschreiben will, ist es weg, versunken in meinem Gedankenchaos - ein Teufelskreis.

Besonders beim Auto fahren, da rattert es in meinem Hirn nur so, dass es raucht. Aber wenn ich aussteige, ist alles wieder weg. Und ich sitze vor einer leeren Seite... (Vielleicht sollte ich mir ein Diktiergerät anschaffen?)

 

Und während ich hier so schreibe, fällt mir auf dass mir längerfristige Pläne Angst machen. Vielleicht ist es auch Bindung?

Aber heute, heute habe ich mich einfach vor den Laptop gesetzt und habe meine Website seit langem wieder einmal besucht. Und schreibe. Was für ein überaus gutes Gefühl. Meine Gedanken in Worte zu fassen. Mein Gedankenchaos ein wenig zu ordnen. Und es danach zu lesen und wieder mehr über sich selbst zu verstehen.

 

Doch dann rattert es in meinem Kopf wieder:

- interessiert dass denn überhaupt wem, was ich hier von mir gebe?

- und wenn es wer liest, was denkt der/die über mich, wenn ich hier über Ängste, Unsicherheiten etc. schreibe?

- werd ich zum Dorfgerede? Bin ich es vielleicht schon?

 

Aber wisst ihr was? Genau dass ist es, woran ich arbeiten sollte. Ich schreibe das hier für MICH. Für keinen anderen. Um MICH besser zu verstehen. Und deshalb schreibe ich einfach drauf los. Und schau, was dabei rauskommt. Wie ich wachse. Mich selber besser verstehe.

 

Und dazu brauche ich natürlich AUSDAUER. Und ich nehme mir vor, mich jeden Morgen hinzusetzen und ein paar Zeilen zu schreiben - ob online oder offline. Hauptsache die Gedanken werden zu Worten.

 

Im März habe ich schon angefangen - jeden Abend schreibe ich einen Satz in mein "Happiness Journal" - wobei ich leider feststellen musste, dass nur die negativen Sachen drinnen stehen - seit ein paar Wochen versuche ich dieses Gedankenmuster zu brechen und versuche mich nur an die schönen Momente des Tages zu erinnern und diese festzuhalten. Und es klappt. Meistens jedenfalls.

 

Deshalb ist dieses Ausdauer-Projekt jetzt mein nächster Schritt.

Die AUSDAUER ist mein. Und sollte Euch meine Ausdauer mal über den Weg laufen, bitte schickt sie mir... ich habe sie dringend nötig.

 

Denn Leben findet da draußen statt - ja es macht mir wahnsinnige Angst, aus meinem kleinen Universum hier auszusteigen in die wirkliche Welt... aber wie heißt es so schön:

Leben beginnt da, wo man seine Komfortzone verlässt.

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